MTV Steckborn unterwegs: Turnfahrt 2025 nach Frutigen und Engstligenalp

Mittwoch, 3. und Donnerstag, 4. September 2025

Früh am Morgen des 3. September ist die Stimmung in Steckborn bereits erwartungsvoll. Auf den Bänkli bei der Postautohaltestelle versammeln sich die ersten Mitglieder des Männerturnvereins – doch der angekündigte Bus fährt gar nicht. Stattdessen geht es mit dem Zug ab 07:32 Uhr via Eschenz nach Frauenfeld. Insgesamt sind es 18 Turner, nur einer fehlt: der hat sich trotz Anmeldung in die Ferien verabschiedet.

Für Sitzplätze sorgt René, der sich in den Tagen zuvor zum Experten für Reservationen entwickelt hat. Immer wieder flattern die Bestätigungen kurzfristig auf sein Handy. In Frauenfeld gelingt der Einstieg trotz kleiner Verwirrung, Hauptsache, der Speisewagen ist in Reichweite. In Zürich wechseln die Turner ins reservierte Abteil in Wagen 3. Um 10:37 Uhr trifft die Gruppe in Spiez ein – Zeit für Gipfeli und Kaffee mit Blick auf den Thunersee.

Schon kurz nach elf Uhr geht es weiter nach Frutigen. Dort werden die Gäste freundlich empfangen von Heinz und Gerhard, zwei Führern des Interventions- und Erhaltungszentrums der BLS. Nach einem kräftigen Mittagessen – Hamme mit Gratin, spendiert aus der Vereinskasse – folgen die spannenden Einblicke in die Welt des Lötschberg-Basistunnels. Am Modell wird erklärt, dass ab 2027 die zweite Röhre fertiggestellt werden soll, und nach 2035 in Betrieb gehen wird. Eindrucksvoll schildern die Fachleute auch die Organisation der Rettungs- und Erhaltungsarbeiten: Rund um die Uhr stehen neun Viererteams bereit, ausgestattet mit zwei speziellen Rettungszügen. Die Kosten: stolze 22 Millionen Franken pro Jahr. Mit Dank und grossem Applaus verabschiedet sich der MTV von den beiden Führern.

Pünktlich am Nachmittag bringt ein Extrabus die Turner via Adelboden nach «Unter dem Birg», der Talstation zur Engstligenalp. Während die meisten die Seilbahn nehmen, wagen sich David und René zu Fuss an den Aufstieg – und schaffen die 580 Höhenmeter in etwas mehr als einer Stunde. Oben angekommen, unternimmt die Gruppe eine Wanderung zum «Grossen Lägerstein», einem imposanten Findling, der entweder von einer Felswand gestürzt oder Relikt der letzten Eiszeit sein könnte. Später sitzen die Bergsteiger schon beim Bier, als die Wanderer zurückkehren. Das Abendessen im Hotel überzeugt auf ganzer Linie, und dank der Spende von Albert Gräflein und David klingt der Abend bei Kaffee und Grappa heiter aus. Herzlichen Dank für die grosszügige Spende. Erst nach 23 Uhr wird es ruhig.

Der Donnerstag beginnt mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet. Um 08:45 Uhr startet die Gruppe zur Seilbahnstation. Von der Talstation fährt der Bus nach «Achseten Tregel» – Ausgangspunkt zur Wanderung durch die Choleren-Schlucht. Stege und Treppen aus Stahl führen in die enge Schlucht des Tschentbaches. Das Rauschen, Donnern und Glitzern des Wassers fasziniert alle. Ein kurzer, aber intensiver Tauchgang in die Urgewalt der Natur – so das gemeinsame Fazit.

Weiter geht es zum Pochtenkessel, wo sich der Engstligenbach tosend durch eine enge Felsspalte zwängt. Eine Brücke ermöglicht den Blick in die Tiefe, bevor der Bus die Turner zurück nach Frutigen bringt. Dort trifft die zweite, weniger abenteuerlustige Wandergruppe fast zeitgleich ein. Zum Mittagessen geht es ins Restaurant Bemato: Für 23 Franken darf man sich am Buffet bedienen, inklusive alkoholfreier Getränke – ein Angebot, das allen schmeckt.

Beim Warten auf den Bus überrascht uns ein kurzer Regenschauer, danach geht es weiter nach Bern. Ein Spaziergang zum Bundeshaus verkürzt die Wartezeit auf den nächsten Zug. Auf der letzten Etappe von Frauenfeld nach Eschenz begleitet die Gruppe ein kräftiges Gewitter. Um 18:23 Uhr ist Steckborn erreicht.

Mit dem Dank an die beiden Reiseleiter Rémy und René endet eine abwechslungsreiche, perfekt organisierte Turnfahrt 2025, die allen Beteiligten in lebhafter Erinnerung bleiben wird.